Datierung und Eigenheiten
Rund die Hälfte des VI. Jahrhunderts v. Chr., anlässlich seiner mediterranen Expansion, wendete sich Karthago an Sardinien und eroberte es im 510 v. Chr. zirka nach abwechselnden Ereignissen.
Die Punischen nutzten die Insel landwirtschaftlich aus und füllten sie mit zahlreichen Einsiedlungen. Wie die griechischen Keramiken und die Goldschmiedwerkstätten - entweder lokal produziert oder vom meridionalen Italien ausgeführt - bezeugen, wurden Städten in dieser Epoche fruchtbarer. Immer aus der griechischen Welt kamen kulturelle und religiöse Einflüsse, wie der Kult der Erntegöttin Demeter.
Auch die Herstellung von Vasen und Privatobjekten war reich (z. B.: Amulette und Schmuck, oft aus Glasstein). Die Bildhauerwerkstätte produzierten überhaupt die Stelen von Tophet, in dem religiöse Symbolen und Figuren von Gottheiten dargestellt waren.
Antagonistische Natur der Nuraghenkultur
Von ihrem Anfang kann man die Nuraghenkultur als stark „antagonistisch“ definieren. Diese Natur zeigte sich in deutlicher Weise erst mit den Kriegen gegen Karthagerischen, dann anlässlich der Kriegen gegen Römer. Erst mit den Waffen, dann mit einem moralischen und psychologischen Aufstand, bewahrten sie ihren kulturellen Reichtum und die Eigenheiten ihres Volkstamms.
Gegen Karthago
Die sardischen Truppen kämpften mit allen Stärken gegen den Zwang der karthagerischen Beherrschung, und sie es schafften, den karthagerischen General Malco rund 545-535 v. Chr. zu schlagen. Aber dieser Erfolg versicherte die Unhabhängigkeit Sardiniens nicht: die Insel kapitulierte gegenüber Asdrubale und Amilcare rund 509 v. Chr..
Vertiefungen
Kulturelle Zäsur
Eigenheiten der punischen Zentren
Die punische Kunst
Amulette, Skarabäengemmen und Juwelen
Punische Nora
Punische Bithia
Tonfigurinen von Bithia
Der Hafen von S. Antioco