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Arbus
Oberfläche: 267Km2
Bevölkerung: 7.596 einwohner
Gebiet: Iglesiente
plz: 09031
Vorwahl: 070

An Sardiniens Küsten sind viele antike Bergbauzentren verstreut, die der Bevölkerung in der Vergangenheit ein anstrengendes Überleben garantierten.
Buggerru ist eines dieser Zentren und gehört sicherlich zu den eindrucksvollsten auf der gesamten Insel. Mitten im heutigen Wohngebiet, mit seinen 1250 Einwohnern, widerstanden die alten Mauern der Gebäude, in denen damals Zink und Blei verarbeitet wurde. Die Straßen, die hohen Dünen (gebildet aus den Resten der Minerale), die hier und da verstreuten rostigen Maschinen, all dieses führt in eine Vergangenheit zurück, in der Buggerru und ein großer Teil des Iglesias-Gebietes den bedeutendsten Bezugspunkt für die nationale und internationale Bergbauindustrie darstellten.
An den Küsten in diesem Teil der Insel herrscht ein gefährliches, ja geradezu feindseliges Meer. Aber genau deshalb sind sie auch so ungewöhnlich spektakulär und geheimnisvoll.
Auch die antike und aktuelle Geschichte von Arbus, ist vor allem mit dem Meer verbunden. Aber trotzdem sind besonders die Bergwerke eine Art Symbol der Mühe und der Armut, von einem bezeichnenden Dasein des Schmerzes und der Isolierung.
Die verlassenen Bergbaugebiete stellen heute ein gespenstisches aber sehr eindrucksvolles Bild dar. Bei der Betrachtung der alten, verrosteten Maschinen und Getriebe erinnert man sich an die Augenblicke im Leben zurück, die zu den Erzählungen der Großeltern gehören: ganze Familien waren in den Gräben und Tunneln beschäftigt. Auf den alten Fotos, die noch heute existieren, erscheint die Welt der Bergwerke, und besonders ihrer Arbeiter, von einer einzigen wesentlichen Norm geregelt: jener des Überlebens.
Besucht man heute die alten Bergbauzentren Buggerru, Arbus, Masua, Guspini, Montevecchio und Nebida an der Westküste Sardiniens, ist es wie ein Zeitsprung in eine lang vergangene Zeit. Noch bis vor wenigen Jahren wurde hier gearbeitet, und einige Tunnel sind immer noch nicht komplett geschlossen worden.
Die Aufstände von Buggerru im Jahre 1904, wurden von der Arroganz eines Direktoren des Bergwerks gegenüber der Arbeiter verursacht und endeten in einem Blutbad, wobei Soldaten drei Tagelöhner erschossen. Heute erinnern ein Grabstein und einige Statuen aus Stein an diese Tragödie. Sie stellen aber nicht nur eine Erinnerung an jene schreckliche Welt dar, sondern auch den Grund für den Stolz einer wenig geschätzten Bevölkerungsschicht, die gewiss nicht vom Glück gesegnet war. Eine Bevölkerung, die heute versucht, das Blatt zu wenden und im Tourismus eine vielversprechende Zukunft aufbauen möchte. Das Meer und die Felsen sind dabei ein wichtiger Faktor.
Schon im Sommer bevölkern Feriengäste die Küste, die von Buggerru über Capo Pecora, bis hin zur Bucht von Marina di Arbus verläuft, um eines der wenigen Paradiese zu genießen. Ein Paradies, das es verdient hat erforscht zu werden, weil es dem Besucher wunderbare Augenblicke schenkt. Eine Anreihung von Stränden und unglaublichen Klippen, die noch in ihrer Ursprünglichkeit erhalten sind. Der fantastische Strand von Cala Domestica, einer der schönsten Strände Sardiniens, wird überragt von einem antiken und unversehrten spanischen Wachturm. Der Strand ist gezeichnet von den Resten des alten Bergwerkes. Genau an diesem Strand landeten die großen Holzschiffe aus Carloforte. Die abgebauten Minerale aus den Gebirgen wurden mit Hilfe eines kleinen Zuges (man erkennt noch die Spuren der Schienen) verschifft.
Nebida und Masua, auch alte Bergbauzentren, zeigen dem Betrachter neue, ganz andere großartige perspektivische Einblicke: zwischen allem der Pan di Zucchero („Zuckerhut“), eine riesige, schneeweiße und 133 Meter hohe Kippe, eingezwängt in eine enorme Felswand. Felsen und Klippen also. Und natürlich kleine Buchten und Strände, mit alten Ruinen und verstreuten Überbleibseln des Bergwerkes.


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