Das Fest wurde in
Nuoro Anfang des 19. Jahrhunderts, anlässlich der Aufstellung der
Bronzestatue Christus des Erlösers auf der Spitze des Berges Ortobene, gegründet.
Papst Leone der XIII. hatte verfügt, dass auf 19 (die Nummer der Jahrhunderte nach der Erlösung) italienischen Gipfeln jeweils eine Statue aus Bronze von Christus dem Erlöser positioniert werden sollte, um an das Jubiläum von 1900 zu erinnern.
Das Werk wurde vom Bildhauer Vincenzo Jerace verwirklicht und 29. August 1901 eröffnet. Der Eröffnungsfeier ging ein langer Festzug voran, an dem sehr viele Menschen teilnahmen die aber nicht nur aus dieser Stadt, sondern auch aus den umliegenden Dörfern kamen. Sie trugen bunte, kostbare traditionelle Trachten.
Der Umzug begann bei der
Kathedrale und schlängelte sich über einige Straßen durch die Stadt, bis er die Wälder des Ortobene erreichte und schließlich bis zur Spitze des Berges, wo die Statue die Stadt überragt.
Von diesem Tag an wiederholte sich dieser Brauch jedes Jahr wieder. Mit einer langen bunten Prozession, unterteilt in Gruppen mit folkloristischen Trachten, mit denen jedermann genau das Dorf darstellte, aus dem er kam.
So erlang dieses Fest große touristische Bekanntheit, bis es drohte, jenen religiösen Geist, für den es geboren wurde, zu verlieren. Deshalb, um bei der Veranstaltung das Folkloristische von dem Religiösen zu trennen, entschied man sich, das Fest an zwei verschiedenen Tagen zu veranstalten. Zur Zeit ist der 29. August für die religiöse Feier und das Fest auf dem Ortobene reserviert.
Am vorletzten Sonntag des Monats spielt sich die Parade der traditionellen Sitten auf den Straßen der Stadt ab, an denen Tausende Gruppen teilnehmen, die aus der Barbagia und der ganzen Insel kommen. Am Abend sammeln sich dann alle am Amphitheater der Gemeinde und treten mit Gesängen und traditionellen Tänzen auf. Hier beginnen nun diese wichtigen folkloristischen Festspieltage und sie enden erst am darauffolgenden Sonntag.