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Ein immenser, majestätischer Stalaktit in der Mitte einer kreisrunden Höhle, zwischen Wänden, die von einem nicht zuübertreffenden Künstler gemeißelt scheinen: es ist die Grotte von Ispinigoli, im Hinterland der Ogliastra, wenige Kilometer von der östlichen Küste entfernt.
Allein schon der Name beschreibt sie: “Der Dorn im Hals”. Diese enorme fossile Säule, dessen Beschaffenheit aus Lamellen einem weichen Stofftuch ähneln.
Kaum hat man die Grotte betreten, fällt der Blick sogleich auf diesen riesigen Monolithen (große, kupferfarbene Steinformation), der sich erbarmungslos von oben herab in den Boden zu rammen scheint. Mit fast vierzig Metern ist er der längste Stalaktit Europas und sogar einer der größten weltweit.
Schon die Phönizier und Punier entdecken die Grotte und machten sie zu Ort des Kultes. Der Beweis hierfür wurde erbracht, nachdem Höhlenforscher antike Gebeine fanden, die ohne Zweifel von menschlichen Opfern stammen.
Der "Abgrund der Jungfrauen", wie die Speläologen (Höhlenforscher) ihn genannt haben, wäre wahrscheinlich von antiken, menschlichen Überresten übersäht gewesen, hätten die unterirdischen Strömungen sie nicht in den Jahrhunderten hinfort gespült. Den modernen Gelehrten blieben nur die auf einem Vorsprung des Stollenganges übriggebliebenen Gebeine, zusammen mit Halsbändern, die heute in einem Museum in Nuoro ausgestellt sind.
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