Sardinien wurde zwischen 258 v. Chr. (nach der Niederlage gegen die Karthager) bis 455 n.Chr. (erste Einfälle der Vandalen) fast sieben Jahrhunderte lang von den Römern beherrscht. In Cagliari sind noch einige wichtige Überbleibsel aus dieser Zeit zu besichtigen.
Von großem Interesse ist sicherlich die
"Grotta della Vipera" (Viper-Grotte), deren Name von den beiden am Eingang eingemeißelten Schlangen herrührt.
Dieses Denkmal befindet sich im S. Avendrace-Viertel. Kommt man nach Cagliari über die SS 131, liegt es praktisch direkt am Stadteingang, in der Viale Omonimo 87.
Entdeckt wurde die Grotte im Jahre 1822, beim Bau der SS 131 (auch “Carlo Felice" genannt).
Es ist ein in den Felsen gegrabenes Trauer-Monument und stammt aus dem 1. Jahrhundert n.Chr.
Das gesamte Gebiet wurde in der Antike als Begräbnisstätte benutzt.
Ursprünglich sollte der vordere Teil des Grabes mit Säulen geschmückt sein. Eine Inschrift auf der Fassade erzählt, dass sie der römischen Matrone Attilia Pomptilla gewidmet wurde.
Die größte Bedeutung haben jedoch die poetischen Inschriften, auf griechisch und Latein, eingraviert auf die inneren Wände der Grotte. Sie erzählen die zarte Liebesgeschichte von Attilia und ihrem Ehegatten, Cassio Filippo, einem römischen Adligen. Während seiner Verbannung auf Sardinien erkrankte dieser schwer.
Attilia, die treue Ehefrau, betete zu den Göttern bis diese sie Anstelle von Cassio sterben ließen.
Ihre Gebete wurden erhört und Filippo, widmete ihr daraufhin dieses Denkmal.
Als auch er einige Zeit später starb, wurde seine Asche zusammen mit ihrer hier aufbewahrt.