Ankunft:
Die Insel von S.Antioco liegt gegenueber der suedwestlichen Kueste von Sardinien. Dort befinden sich die Reste der antiken Stadt Sulci, zirka an der gleichen Stelle wo heute die Stadt S.Antioco entstanden ist. Die Insel ist mit dem Festland verbunden, durch eine Landenge die schon die Punier ausgebaut haben. Die Stadt war in phoenizisch-punischer Zeit ein bluehendes Zentrum und erfuhr unter der roemischen Republik eine beachtliche Entwicklung aufgrund ihrer strategisch guenstigen Position, die die Kontrolle der Inselstrassen und des gesamten Berggebietes des Sulcis-Iglesiente erlaubte. In spaetrepublikanischer Zeit wurde die sogenannte Akropolis oeffentlich zugaenglich und durch Terrassen und eine Tempelanlage ausgebaut.
Ursprung des Namens “Sant'Antioco”:
Die kleine Insel verdankt ihren Namen seit dem 2.Jahrhundert nach Chr. dem hl. Antiocus, der hier lebte und starb.
Urspruenglich war er Arzt und stammte aus Mauretanien. Unter Kaiser Hadrian wurde er wegen sienes christlichen Glaubens verfolgt und in einem kleinem Boot ohne Ruder dem Meer ausgeliefert. Die Wellen spuelten ihn in Sulci in Land, wo er in einer Felshoele hauste und die Einwohner bekehrte. Schliesslich wollten ihn die Roemer gefangennehmen. Aber noch waehrend er betete, starb er am 13.November 125 n.Chr. In der Katakombe einer dem Heiligen geweihten Kirche entdeckte man 1615 eine Inschrift, die die historische Existens dieses Heiligen bezeugt: Beatus Sanctus Antiocous mit grosser Wahrscheinlichkeit einst Bischof von Sulci gewesen ist.
Das Tophet: Bradstaette und Nekopole:
Diese Staette liegt ungefaehr 400 m noerdlich der Akropolis auf einem Felsvorsprung . Der Name “Tophet entstammt der biblischen Tradition. Die Archaeologen verstehen darunter eine besondere Art von Nekropole und Heiligtum. Die Bewohner der phoenizisch-punischen Siedlung des westlichen Mittelmeerraumes setzen dort ihre totgeborenen oder gleich nach der Geburt verstorbenen Kinder bei. Neben den sterblichen Ueberresten fand man oft verbrannte Knochen kleiner Tiere. Das Ritual des Tophet sollte die Familie vor weiteren Todesfaellen schuetzen und die Gnade erneuter, gluecklicher Geburten erflehen. Die Tieropfer galten als Reinigungsriten. Viele Urnen des Tophet sind noch Original, andere wurden ersetzt, so dass man sich eine ziemlich genaue Vorstellungder urspruenglichen Staette machen kann.
Die Entstehungsgeschichte des Heiligtums liegt zwischen dem 7. und 1. Jahrhundert v. Chr. und reicht bis in die Mitte der Roemerzeit. Nur wenige Meter westlich des Tophet befindert sich ein eigenartiges Monument, dessen Funktion noch nicht voellig geklaert ist. Es handelt sich um einen hohen bearbeiteten Felsen, vermutlich um einen punischen Altar. Waehrend der Beisetzungsrituale wurden die Koerper der Kinder und Tiere verbrannt, die Asche danach zusammen mit Grabbeigraben, miest Amuletten, in Urnen gefuellt und verschlossen in der Erde beigesetzt. Seit punischer Zeit wurde an dieser Stelle haeufig eine Grabsaeule zur Erinnenung an das Brandopfer errichtet.