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Die Giara

Man entdeckt sie leicht zwischen Korkeichen und Basaltgestein auf den verdorrten Wiesen der Giara fast im Herzen Sardiniens. Die mandeläugigen Pferdchen bewegen sich in kleinen Herden, die Mähne im Wind, mit unerschöpflicher Energie, wie angetrieben von ständiger Angst. Vielleicht fürchten die "is achettas", wie sie die sardischen Hirten nennen, den Menschen, ewiger und grimmiger Feind ihrer Freiheit. Sie fühlen sich verfolgt von jahrhundertealter Tradition, die sie zu Lasttieren machen, angebunden und gebranntmarkt, als sollte für immer ihre Wildheit gebrochen werden. Jedes Jahr Ende August wiederholt sich dieses Ritual mit atavistischer Gewohnheit und damit auch die Polemik über die erneute Zweckmäßigkeit dieses Ereignisses.
Im Sommer verwandelt sich die Hochebene zu einer glühendheißen und trockenen Piste, wo es so schwierig wird etwas zu finden, um Hunger und Durst zu stillen. Im Winter sind Schnee und Eis für die schwächsten Fohlen eine harte probe. Sie suchen Schutz in Waldverstecken und oft überleben sie nicht. Dies alles müsste eigentlich zum Schutz der Pferdchen führen, aber die Bewohner der Hochebene betrachten "is achettas" weiterhin nur als Arbeitstiere, als einfache Produkte der Landschaft, die auf jegliche Weise auszunützen sind. Deshalb, trotz der berechtigten Ängste der Ökologen und der Aufmerksamkeit der Naturschützen, wiederholt sich jedes Jahr der ungleiche Kampf zwischen Pferdchen und Züchtern.
Verfolgung, Einfangen und Markierung bleiben ein unausweichlicher als auch strittiger Punkt in der heißen Jahreszeit der Giara. Sie sind nur dazu da, die schönsten Fohlen unter den Züchtern und den einzelnen Gemeinden der Hochebene aufzuteilen. Auch wenn die Pferdchen einen geringen Handelwert haben und einen rein theoretischen wirtschaftlichen Wert darstellen, so sind sie doch aus ganz anderen Motiven wertvoll, die jedoch nicht in Betracht gezogen werden.
In den vergangenen Jahren haben die Züchter versucht, durch Kreuzung robusterer Rassen zu züchten, die als Arbeitstiere oder der Fleischherstellung dienen sollten. Dieser Versuch hat zu schweren Genveränderungen geführt sowie zum Aussterben der "musca pia", der kleinsten, zahmen Pferdchen, die einst , so erzählen die alten Bauern, frei im Dorf herumgaloppierten und sich unter ihren Betten versteckten.
Diese außergewöhnlichen Tiere, kaum größer als ein Hund, waren vermutlich das Resultat langer, schwieriger Bemühungen, abgesehen von der schlechten und geringen Ernährung. Sie sind ein erneuter Beweis für den absolut mitleidlosen Gebrauch, den die Bauern von den Pferdchen der Giara machten, aber auch ein vielleicht unverdientes Geschenk der Natur. In den letzten Jahren hat man versucht, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.
Leider gibt es noch Personen, die aus der Giara gerne eine Art künstlichen Wilde Westen machen würden, mit Pferden als unbewusste Hauptdarsteller von Rodeos und zweifelhaften Wettbewerben, alles zum Vergnügen der Touristen. So ähnlich, wie es Buffalo Bill mit den Büffeln gemacht hat_allerdings vor 100 Jahren.
Die Lösung wäre ein großer Naturpark unter Schutz der Region, wo Tiere und Reichtümer dieser Hochebene, die ein Paradies sein könnte, vor jeglichen kommerziellen Ambitionen geschützt sind. Ein Park, der zu einem sicheren Aufenthaltsort wird, wo die Pferdchen endlich weitab jeglicher Leiden und Bedrohungen durch den Menschen leben können. Das ist nicht nur eine Idee; denn es gibt Menschen, die das verwirklichen möchten. Hoffentlich wird es bald gelingen.




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